Auf dem Weg - Gerechtigkeit und Schöpfung

7. April 2019 - Sonntag „Judika”

Recht und Gerechtigkeit - das ist seit je das Thema des Sonntag Judika. 
So drängend und aktuell ist heute der Ruf nach der Bewahrung der Schöpfung, dass die Nordkirche am kommenden Sonntag Judika 2019 zu einem großen Themengottesdienst einladen möchte!

Geleitwort von Landesbischof Gerhard Ulrich

Liebe Schwestern und Brüder,


„Sende dein Licht und deine Wahrheit, dass sie mich leiten“

hören wir im Psalm für den Sonntag Judika (Ps 43,3). Das hatte ich mir gewünscht, als ich 2009 in Kopenhagen auf der Weltklimakonferenz viele Gespräche führte mit Mitgliedern von Regierungen, Non-Profit-Organisationen und vom Klimawandel Betroffenen aus dem globalen Süden, mit Leitenden Geistlichen aus der ganzen Welt und jungen und alten Klimaaktivisten und -aktivistinnen aus der Ökumene.

Die Berichte aus der Wissenschaft über den Zustand der Schöpfung sind erschreckend:

von Klimaextremen wie Dürre und Extremwetterereignisse, dem Rückgang der Artenvielfalt oder die Prognose, dass im Jahr 2050 mehr Plastik als Fische in den Ozeanen zu finden sein werden, lese ich da.
Die Wissenschaften haben das Anthropozän ausgerufen:
ein geologisches Zeitalter, in dem die Menschheit als Ganze der prägende Faktor für die Natur geworden ist.

Als Christinnen und Christen hören wir

im ersten Kapitel der Bibel, dass Gott die Schöpfung als gut, ja sehr gut preist. Als heilen Lebensraum für Geschöpfe im Wasser, in der Luft und auf dem trockenen fruchtbaren Boden - gekrönt durch den Sabbat als Ruhetag.
Der göttliche Auftrag an uns Menschen wird im zweiten Kapitel konkretisiert: Wir sollen diese Lebensräume bebauen und bewahren. So begegnen einander Schöpfung und Gerechtigkeit.

Ich danke allen in unserer Nordkirche,

die sich schon seit vielen Jahren für diesen Auftrag einsetzen und in unzähligen Projekten an je ihrem Ort dieser Aufgabe Gesichter geben. Das kann das energetisch optimierte Gemeindehaus sein; das Insektenhotel mit Insektenweide; der Friedhof, der Lebensraum gibt für Mitgeschöpfe, die ansonsten kaum noch Platz finden; der Konfirmandenunterricht, in dem die Natur als Schöpfung erkannt wird; das klimafreundlich gestaltete Gemeindefest mit fairer, saisonaler und regionaler Verpflegung oder das kirchliche Gremium, das durch eine Videokonferenz die Umweltbelastung durch Mobilität reduziert.

Wenn wir die Umwelt als Mitwelt, die ganze Erde  als Gottes Schöpfung verstehen,
sehen wir ihre einzigartige Schönheit: in der Lilie auf dem Felde wie Jesus selbst, oder durch die Berichte von Astronauten, die uns diesen wunderschönen, blauen Planeten mit seiner verletzlichen Lufthülle schildern, unserer Heimat und die aller Mitgeschöpfe.

Zum Sonntag Judika, dessen Thema dieses Jahr ist:
„Auf dem Weg – Gerechtigkeit und Schöpfung“,
grüße ich Sie mit dem Vers des Propheten Jesaja (45,18):

„Denn so spricht der HERR, der den Himmel geschaffen hat – er ist Gott; der die Erde bereitet und gemacht hat – er hat sie gegründet; er hat sie nicht geschaffen, dass sie leer sein soll, sondern sie bereitet, dass man auf ihr wohnen solle: Ich bin der HERR, und sonst keiner mehr.“

Diesen Auftrag, die Erde auch weiterhin und wieder eine bewohnbare Stätte sein zu lassen, wollen wir gemeinsam annehmen.
Das vorliegende Themenheft zum Sonntag Judika gibt praktische Anregungen und Ideen dafür im Kontext von Gemeinde und Kirche. Klimagerechtigkeit ist eine der Voraussetzungen für soziale Gerechtigkeit und für den Frieden weltweit!

Ich wünsche diesem Heft einen regen, gesegneten Gebrauch und lege es Ihnen ans Herz.

 

Ihr / Euer
Gerhard Ulrich
Landesbischof und Vorsitzender der
Generalversammlung des Zentrums für
Mission und Ökumene inder Nordkirche

„Gerechtigkeit ist für mich der gedeckte Tisch, an dem alle fröhlich sitzen und satt werden”

Dr. Klaus Schäfer
Direktor im Zentrum für Mission und Ökumene

„Gerechtigkeit bedeutet für mich, jeder Person die gleichen Möglichkeiten zu geben, damit sie das bekommt, was sie für ein erfülltes Leben braucht, mit Rücksicht auf ihre speziellen Begabungen.“

Ayllen Schultheis
Freiwillige 2017/2018 Süd-Nord-Programm des Zentrums für Mission und Ökumene in der Nordkirche. Sie arbeitet in der Kindertagesstätte Arche Noah der Kirchengemeinde Wedel bei Hamburg.

„Wie Jesus es sagt, bedeutet für mich Gerechtigkeit, andere so zu behandeln, wie ich selbst behandelt werden möchte.”

Siaquiyah Davis
Pastor in der Paulskirche in Hamburg Schenefeld

„Gerechtigkeit bedeutet für mich: in richtigen Beziehungen leben.“

Frauke Eiben
Pröpstin im Kirchenkreis Lübeck-Lauenburg

„Gerechtigkeit ist Etwas, das wir nie voll erreichen werden, und für das wir trotzdem jeden Tag kämpfen müssen.“

Jennifer-Mae Graf
Pastorin im Jugendpfarramt der Nordkirche

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Material

Die Karte Sonntag Judika 2019 können Sie bereits herunterladen.

Weiteres Material für den Sonntag Judika 2019 ist bald fertig. Es steht dann auch hier zum Download bereit!

Gottesdienste am Sonntag Judika 2019

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